Fluoride in Zahnpasta – Schutzschild für nachhaltig gesunde Zähne und Zahnfleisch

Es ist allseits bekannt: Fluorid in Zahncremes ist wichtig für eine erfolgreiche Karies-Prophylaxe. Fluorid ist aber nicht gleich Fluorid. Hier gibt es einige Unterschiede und teils können sie nur kombiniert eingesetzt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Allgemein gilt: Am wirksamsten sind Fluoride, wenn sie sich an der Oberfläche des Zahnes befinden. Der Zahnschmelz sollte stets gut durch eine Fluorid-Schicht benetzt sein. Kommt es zu einem Säureangriff durch Nahrungsmittel oder Bakterien, lösen sich essenzielle Mineralien aus dem Zahn. Fluorid sorgt dann für eine schnelle Remineralisierung des Zahnes. Es kann direkt gegensteuern.

Fluorid-Schutzschicht hält in der Regel mehrere Stunden

Auch wenn die Calciumfluorid-Schicht im Mund nicht fest gebunden ist, hält sie mehr aus, als man denkt. Unter dem Mikroskop betrachtet zeigt sie sich in mehreren Schichten in Form von dicht an dicht sitzenden Kügelchen. Nach dem Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta lässt sich die schützende Calciumfluorid-Schicht für einige Stunden nachweisen.

Werfen Sie beim nächsten Zähneputzen einen Blick auf die Inhaltsstoffe Ihrer Zahnpasta, finden Sie wahrscheinlich mindestens eines der folgenden Produkte vor. Hier erfahren Sie, wie die verschiedenen Fluoride wirken.

Der Klassiker: Natriumfluorid

In den allermeisten Zahncremes befindet sich Natriumfluorid. Dabei handelt es sich um eine einfache Verbindung: Ein Fluoridion und ein Natriumion binden sich aufgrund ihrer elektrischen Anziehungskraft aneinander. Chemisch gesehen ist es also ein Salz, welches sich gut im Speichel löst. Es bringt beim Putzvorgang ordentlich Fluoridionen in den Mund und trägt dadurch grundsätzlich zur Kariesprophylaxe bei. Dies funktioniert jedoch nur, wenn das Produkt nicht gleichzeitig Kalzium enthält. Verbinden sich in der Tube Kalzium und Fluorid, kann es zu einer chemischen Reaktion kommen, bei der Kalziumfluorid entsteht. Diese Reaktion kann die Wirksamkeit der Zahnpasta beeinträchtigen, da Kalziumfluorid schwer löslich ist und sich als feste Schicht auf den Zähnen ablagern kann.
Und: Natriumfluorid befördert zwar ausreichend Fluoridionen in den Mund. Den Weg aus dem Putzschaum an die Zahnoberfläche müssen diese dann allerdings selbst finden.

Aluminiumfluorid: für Kariesprophylaxe eher ungeeignet

Aluminiumfluorid ist, genau wie Natriumfluorid, ein Salz. Allerdings mit einem entscheidenden Nachteil: Es löst sich ähnlich schlecht im Speichel wie das oben genannte Kalziumfluorid. Für die Kariesprophylaxe ist Aluminiumfluorid demnach nicht hilfreich. Es hat lediglich einen anderen Vorteil: Es kann dazu beitragen, Zahnfleischbluten zu reduzieren. Für Menschen mit Zahnfleischbluten, die gleichzeitig Wert auf eine funktionierende Kariesprophylaxe legen, ist das nachfolgende Fluorid optimaler.

Zinnfluorid: am besten kombiniert

Zinnfluorid zeigt hingegen wieder eine sehr gute Wasserlöslichkeit auf. In der Tat war sogar die erste Fluorid-Zahnpasta ein Produkt mit Zinnfluorid. Zinn-Ionen zeigten sich allerdings als sehr reaktiv. Eine stabile Zahnpasta-Formulierung mit Zinnfluorid ist demnach nicht so leicht herstellbar. Erst die Kombination mit zum Beispiel Aminfluorid kann den reaktiven Wirkstoff abschirmen und für Stabilität sorgen.

Bei Problemen wie Zahnfleischbluten oder Parodontitis kann sich der Griff zur Zahnpasta aus Zinnfluorid in Kombination mit einem anderen Fluorid lohnen, denn: Zinnfluorid zeigt eine höhere Aktivität gegen Plaque bildende Bakterien und kann das Zahnfleisch beruhigen. Auch Menschen mit schmerzempfindlichen Zähnen können durch Zinnfluorid profitieren. Bei längerfristiger Anwendung reduziert sich Studien zufolge die Schmerzempfindlichkeit. In akuten Fällen kann es hilfreich sein, mit dem Finger eine kleine Menge Zahnpasta direkt auf den Zahn aufzutragen.

Aminfluorid: besonders wirksam

Aminfluoride sind ebenfalls als Salze einzuordnen. Im Gegensatz zur den vorher genannten Fluoriden sind sie jedoch komplexer aufgebaut und weisen besonders gute Eigenschaften in Sachen Kariesprophylaxe auf.

In Aminfluoriden ist das Fluorid-Ion an ein Fettsäureamin-Ion gebunden – ein langkettiges organisches Molekül. Und genau darin liegt die Besonderheit. Die Kombination aus einem polaren, wasserlöslichen Amin-Teil und einem langen, unpolaren Fettsäurerest-Teil, macht Aminfluorid zu einem oberflächenaktiven Stoff. Was bedeutet das konkret? Vergleichen wir die Wirkweise nochmals mit dem eingangs beschriebenen Natriumfluorid. Während Natriumfluorid nur Fluorid-Ionen in den Mund befördert, die dann nur teilweise den Weg an die Zahnoberfläche finden, wirkt das wasserabweisende Amin-Ende des Aminfluorids wie eine Rakete, die das benötigte Fluorid auf direktem Wege an Ort und Stelle bringt: an die Zahnoberfläche. Versuche zeigen im direkten Vergleich, dass die Zahnschmelz-Oberfläche beim Putzen mit Aminfluorid schneller und effektiver Fluorid aufnimmt als bei Natriumfluorid.

Und was ist mit Zahncreme ohne Fluorid?

Hier lässt sich klar sagen: Fluoridfreie Zahnpasta bildet keinen optimalen Kariesschutz. Diese Zahncremes setzen ausschließlich auf mechanischen Abrieb durch die enthaltenen Putzkörper. Zwar wird hier der Zahnbelag entfernt, die zahnschmelzhärtende Wirkung bleibt jedoch aus. Dasselbe gilt für Naturprodukte wie Schlämmkreide.

Abschließend lässt sich sagen, dass Produkte mit Aminfluorid sich am effektivsten in der Karies-Prophylaxe zeigen. Greift man zu einem Kombi-Produkt mit Zinnfluorid, schützt man sich zusätzlich vor Zahnfleischentzündungen oder schmerzempfindlichen Zähnen. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich.

Passende Produkte zum Thema:

→ Zinn-II-Fluorid 
Natriumfluorid 
Natriumfluorophosphat 

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