
Auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen – verwurzelt im Boden Kolumbiens
In den frühen Morgenstunden, wenn der Nebel noch wie ein zarter Schleier über den smaragdgrünen Hügeln Kolumbiens liegt und die ersten Sonnenstrahlen durch das dichte Blätterdach brechen, beginnt für viele Bauern der Tag mit einem prüfenden Blick auf ihre Felder.
Zwischen Kaffeeplantagen und wilden Orchideen
Hier, wo die Erde nährstoffreich ist und das Klima so vielseitig wie die üppige Flora, gedeihen Heilpflanzen, Gewürze und botanische Kostbarkeiten in ihrer natürlichen Pracht. Die Luft duftet nach feuchter Erde, Jasmin und frisch geschnittenem Gras. In dieser reichen Landschaft, zwischen Kaffeeplantagen und kleinen Dörfern, in denen die Zeit langsamer zu fließen scheint, nimmt eine besondere Geschichte ihren Anfang.
Es ist die Geschichte von Dr. Marcel Flemming, einem Botaniker mit großer Leidenschaft für Lateinamerika, und Luis, einem kolumbianischen Pflanzenexperten mit weit verzweigten Kontakten. Was einst als zufällige Begegnung auf einer Silvesterfeier begann, entwickelte sich zu einer grenzüberschreitenden Partnerschaft – eine Verbindung, die nicht nur Pflanzen, sondern auch Kulturen und Menschen miteinander verknüpft.
Ihre Hände kennen jede Pflanze, jede Wurzel
Die Bauern, mit denen die beiden Plant Scouts zusammenarbeiten, sind keine anonymen Zulieferer. Es sind Familien, die seit Generationen im Einklang mit der Natur leben. Ihre Hände kennen jede Pflanze, jedes Blatt, jede Wurzel. Sie arbeiten mit Geduld, mit Wissen – und mit tiefem Respekt vor dem, was die Natur hervorbringt.
So beginnt ein Abenteuer, geprägt von kulturellem Austausch und der Suche nach seltenen Schätzen. Verwurzelt im Boden Kolumbiens.
Von der Silvesterfeier zum botanischen Netzwerk
Dr. Marcel Flemming erinnert sich: „Ich hatte schon immer eine große Affinität zu Lateinamerika, besonders nach meiner ersten Reise 2002. Luis lernte ich ein paar Jahre später auf meiner eigenen Silvesterparty kennen. Er war ein Freund meines Doktoratskollegen. Wir verstanden uns auf Anhieb.“
Den Kontakt zu Cfm stellte Projektmanagerin Dr. Sandra Miklos her: „Ich lernte Marcel und Luis über ein Projekt in Bayern kennen. Marcel kultiviert Iris germanica, und ein Kunde suchte genau die Wurzel dieser Pflanze. So kamen wir ins Gespräch. Bald erfuhr ich, dass Luis aus Kolumbien stammt und dort Pflanzen anbauen und sammeln kann. Und schon bald trafen die ersten Kundenanfragen ein.“
Zwischen Zollpapieren und Zeitdruck
Obwohl die Zusammenarbeit menschlich reibungslos lief, stellten Logistik und Zollbestimmungen die Gruppe zunächst vor Herausforderungen. Dr. Flemming erzählt:
„Ich erinnere mich an die ersten Projekte: Tithonia diversifolia und Cassia grandis. Wir hatten keine Ahnung, wie der Zoll funktionieren würde und standen enorm unter Zeitdruck. Luis aktivierte sein Netzwerk und fand in kürzester Zeit Menschen, die beide Pflanzen bestimmen, ausreichend Biomasse sammeln und trocknen, die botanische Verifizierung im Botanischen Garten durchführen und den Export organisieren konnten. Ein Meisterstück – und ein echtes Abenteuer…“ Doch nicht nur die Bürokratie war anspruchsvoll.
„Auch die Kommunikation und die andere Mentalität waren Dinge, an die wir uns anpassen mussten. Und es ist generell schwer, nachhaltige Beziehungen aufzubauen, wenn Kunden sich nicht längerfristig binden. Das ist wohl die größte Herausforderung.“
Kommunikation auf Kolumbianisch: langsam, aber herzlich
„Die Kommunikation ist oft recht langsam“, bestätigt Dr. Miklos. E-Mails haben für die Bauern keine Priorität, und europäische Erwartungen treffen manchmal auf lateinamerikanische Lebensrealitäten. „Es bleibt spannend bis zum Moment, an dem die Pflanzen in Deutschland ankommen. Aber genau das macht es so reizvoll.“
Der Garten des Nachbarn – eine Schatzkammer der Botanik
Manchmal aber läuft alles wie von selbst – und die gesuchten Pflanzen wachsen buchstäblich vor der Haustür. Dr. Flemming schmunzelt: „Wir haben Alpinia im Garten unseres Nachbarn und auf meinem kleinen Grundstück in Kolumbien kultiviert.“
Dr. Miklos ergänzt: „Und Stachytarpheta – eine der ersten Pflanzen, die wir suchten – wuchs einfach auf dem Nachbargrundstück.“
Doch Luis’ Netzwerk reicht weit über Kolumbiens Grenzen hinaus, bis nach Paraguay. „Mit ihm können wir einen Großteil Lateinamerikas abdecken.“
Warum aber gerade Kolumbien? Dr. Flemming: „Zunächst: Luis ist Kolumbianer und kennt das Land wie seine Westentasche. Seine Familie hilft zuverlässig. Und dann ist Kolumbien eines der biodiversesten Länder der Erde – mit fast jeder Klimazone und unglaublichem Pflanzenreichtum. Die Menschen sind warmherzig, verlässlich und das Land ist nicht überreguliert.“
Gemeinsam wachsen – mit Respekt und Handschlag
Für Dr. Flemming ist die Zusammenarbeit ein Gewinn für beide Seiten: „Jedes Projekt bedeutet neue Partner. Jede Zusammenarbeit ist einzigartig. Vertrauen aufzubauen und nicht zu enttäuschen, das zählt. Wir zahlen gute Preise, weit über dem lokalen Markt, aber ohne Übertreibung. Das schätzen unsere Partner. Deutschland genießt in Lateinamerika einen hervorragenden Ruf, und viele sind stolz darauf, mit deutschen Unternehmen zu arbeiten.“
Cfm Oskar Tropitzsch setzt weiter auf die starken Verbindungen nach Kolumbien. Dr. Miklos fasst zusammen:
„Ein großes Projekt, bei dem Pflanzen speziell für den europäischen Markt angebaut werden – das wäre besonders spannend.“


