Große Brennnessel als Heilpflanze des Jahres 2022

Vielen Gärtnern ist sie ein Dorn im Auge und wird das Unkraut bezeichnet, das es zu bekämpfen gilt – dabei ist sie vielfach positiv nutzbar: die Brennnessel. Sie zählt unter anderem zu den bewährten Mitteln in der Volksmedizin.

Die Brennnessel-Arten wachsen als ein- oder mehrjährige krautige Pflanzen, manchmal auch als Halbsträucher. In Mitteleuropa erreichen sie Wuchshöhen bis zu 300 Zentimetern – natürlich abhängig von Standort und Nährstoffzufuhr. Die große Brennnessel bildet Rhizome.

Die Brennnessel als wehrhafte Pflanze gegen Fressfeinde

An den grünen Pflanzenteilen befinden sich die Brenn- und Borstenhaare, wodurch sich das Gewächs gegen Fressfeinde zu wehren weiß. Auch wir Menschen umgehen Brennnesseln lieber in großem Bogen – zu unangenehm sind die Schmerzen und Quaddeln, die sich bei Hautkontakt mit der Pflanze bilden. Die Konsequenzen, die sich durch den Kontakt ergeben, sind verschieden, je nach Art der Brennnessel.

Die Brennflüssigkeit der Kleinen Brennnessel (Urtica urens) ist tatsächlich viel schmerzhafter als die der Großen Brennnessel (Urtica dioica).

Die Brennhaare befinden sich überwiegend auf der Blattoberseite. Sie sind wie lange, einzellige Röhren, deren Wände im oberen Teil durch Kieselsäure hart wie Glas sind – das untere Ende dagegen ist stark angeschwollen und mit der Brennflüssigkeit gefüllt. Die Spitze besteht aus einem Köpfchen mit einer darunter liegenden Sollbruchstelle. Das Köpfchen bricht bereits bei leichter Berührung ab, das Härchen sticht in die Haut des Opfers, der ameisensäurehaltige Inhalt spritzt in die Wunde – und schon macht sich ein brennender Schmerz bemerkbar, gefolgt von Juckreiz und Quaddeln.

Brennnesselextrakte und ihr therapeutischer Nutzen

Die Brennflüssigkeit besteht unter anderem aus Serotonin, Histamin, Acetylcholin und Natriumformiat. Histamin bewirkt eine Erweiterung der Blutkapillaren und kann für Symptome sorgen, die einer allergischen Reaktion ähneln. Acetylcholin wiederum ist für den brennenden Schmerz verantwortlich. Gut zu wissen: Fasst man die Brennnesseln überstreichend von unten nach oben an, kann man die lästigen Stiche eventuell umgehen, da die Brennhaare der Pflanze nach oben gerichtet sind.

Die Brennnessel zeichnet sich aber nicht nur durch ihren Gehalt an schmerzhaften Abwehrstoffen aus, sondern auch durch ihre nährenden und therapeutisch wertvollen. Sie sind auch der Grund, weshalb dieses einheimische Kraut zur Heilpflanze des Jahres 2022 gekürt wurde.

Entzündungshemmend und harntreibend

Schon der Arzt und Naturphilosoph Paracelsus habe vor 500 Jahren bereits die Heilkraft der Brennnessel speziell bei Gelenkschmerzen entdeckt. Brennnesselkrautextrakte, darunter vor allem das enthaltene Polyphenol, hemmt beispielsweise das Enzym Cyclooxygenase und nimmt damit Einfluss auf Entzündungsreaktionen im Körper. Darüber hinaus unterdrücken die Extrakte auch die entzündungsfördernden Zytokine.

Aber auch Menschen mit Harnwegsinfekten profitieren von der Heilkraft der Brennnessel dank ihrer harntreibenden Wirkung.

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