Krokusse – mehr als Frühjahrsboten

Kaum ist die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, zeigen sich erste Exemplare in Parks und Gärten und mache Arten setzen sogar im Herbst schon ein paar Farbtupfer: Krokusse.

Die Gattung Krokus (Crocus) gehört zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Am weitesten verbreitet sind Sorten des Frühlings-Krokus (Crocus vernus), großblütige Zuchthybriden aus dem Gold-Krokus (Crocus chrysanthus), Balkan-Krokus (Crocus flavus) und Elfen- oder Bauern-Krokus (Crocus tommasinianus).

Die Zahl der botanischen Krokusse kann mit ungefähr 80 bis 120 Arten angegeben werden. Wilde Arten, also Kreuzungen, finden sich in gemäßigten Breiten Europas, Asiens und Nordafrika sowie von Italien über den Balkan bis zur Türkei und zum Kaukasus. Auch in Deutschland werden Sie Krokusse in freier Natur finden. Allerdings wurden auch diese irgendwann angepflanzt.

Ein besonders schönes Blütenmeer aus lila Krokussen können Sie im März und April übrigens im Schlosspark von Husum sowie am Zavelstein in Baden-Württemberg bewundern.

Wenn Sie in unseren Gegenden wilde Krokusse finden möchten, müssen Sie im Alpenvorland und in Richtung Berchtesgadener Alpen Ausschau nach weißen Krokussen (Crocus albiflorus) halten. Natürlich kam auch diese Krokus-Art vor langer Zeit durch Menschenhand nach Mitteleuropa.

Winterharte Pflanze – sensible Blüte

Wie eingangs erwähnt, gehören die Krokusse zu den Irisgewächsen. Während die Schwertlilie Wurzelstöcke ausbildet, erinnern die zwiebelartigen Knollen der Krokusse eher an Gladiolen. Die Krokus-Blüten sind kelchförmig und eher schlicht. Die zierlichen Pflanzen an sich sind enorm winterhart – ihre Blüten zeigen sich allerdings sehr sensibel und reagieren schon auf kleinste Temperaturschwankungen mit Schließbewegungen.

Krokusse fühlen sich im durchlässigen Boden am wohlsten – Vorsicht ist nur bei Staunässe geboten. Im Frühling sollte der Boden feucht sein, im Herbst eher trocken. Pflanzen Sie die Knollen am besten Ende September fünf bis zehn Zentimeter tief. Vorsicht: Falls die Pflanzen im lichten Rasen stehen, mähen Sie erst nach dem Vergilben der Blätter.

Krokus als kostbarer Gewürzlieferant

Wussten Sie schon, dass eine spezielle Krokusart sogar zur Gewinnung eines kostbaren Gewürzes angebaut wird? Die Rede ist vom Safran (Crocus sativus), einem Herbstkrokus. Er wird vor allem in Indien und Persien angebaut. Man vermutet, dass er einst aus Griechenland über Indien ins Zweistromland kam. Der Safran kann selbst keine Samen ausbilden – er wird über die Knollen vermehrt.

Die Blüten des Safran werden gleich nach dem Aufblühen gepflückt, die Narben herausgenommen und getrocknet. Besonders markant ist die leuchtend gelbe Farbe des Gewürzes – diese sind auf die Carotinoide zurückzuführen. Für den Duft und den leicht bitteren Geschmack sorgen das sogenannte Safranbitter (Picrocrocin) und das ätherische Öl Safranol.
Safran wirkt in hohen Dosen giftig und wurde in früheren Zeiten als Abtreibungsmittel verwendet. Tödlich wirkt der Safran ab einer Menge von ungefähr 10 Gramm. Bei einem Grammpreis von 4 bis 14 Euro dürfte eine Überdosierung des kostbaren Gewürzes doch eher selten passieren. Aber: Auch eine einfache Verwechslung kann zu Todesfällen führen. Die hochgiftige Herbstzeitlose sieht dem Safran täuschend ähnlich. Der Unterschied ist bei genauerem Hinsehen an der Blüte zu erkennen. Während die Herbstzeitlose pro Blüte sechs Staubgefäße aufweist, besitzt der Safran nur drei.

Safran in der Homöopathie

Schon früher schätzen die Menschen den kostbaren Safran als Heilmittel. Safran soll Lernvermögen und Gedächtnis positiv beeinflussen. Verantwortlich dafür seien die Crocine, die für ihre stark antioxidative Wirkung bekannt sind.
Crocus wird in der Homöopathie in erster Linie zum Stillen von Blutungen und zur Linderung von Gemütsstörungen eingesetzt – beispielsweise bei Beschwerden vor und während der Menstruation.

 

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